Magistrat der Stadt Bebra
Rathausmarkt 1, 36179 Bebra
Telefon: (0 66 22) 501-0, Telefax: (0 66 22) 501-200


Sprechzeiten

Montag - Freitag: von 08:00 - 12:00 Uhr
Montag: von 14:00 - 17:30 Uhr
Donnerstag: von 14:00 - 17:00 Uhr

 

 

Anschrift und Öffnungszeiten

     
 
                           

 

Elternbrief zum Regelbetrieb
DOWNLOAD

Vierte Verordnung zur Bekämpfung des Corona Virus
DOWNLOAD

 

Allgemeinverfügung über Schutzmaßnahmen bei Veranstaltungen oder Ansammlungen gegen die Verbreitung von SARS-CoV-2
DOWNLOAD

 


Zweite Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus Kita und Schule
DOWNLOAD

Verordnung zur Änderung der Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus sowie der Zweiten Verordnung zur Bekämpfung des Corona-Virus 

DOWNLOAD

 

Hotels

Veranstaltungen

Wer ist online

Aktuell sind 64 Gäste und keine Mitglieder online

Richtung Bebra: „Frau Nancy“, die eigentlich Andrea Daniela Konradt heißt, setzt bei der touristischen Vermarktung von Bebra auf die Bahn als einen Schwerpunkt. „Die Biberstadt hat ein großes touristisches Potenzial“, ist sich die Geschäftsführerin des Touristik-Service Mittleres Fuldatal e.V. sicher.

„Frau Nancy“: „Die Bahn hat ein enormes touristisches Potenzial“

Bebra und Tourismus? Auf den ersten Blick ist das zwar kein Widerspruch, aber zu den klassischen deutschen Tourismuszielen wie Berchtesgaden oder Rüdesheim würde man die Eisenbahnerstadt im Herzen Deutschlands sicher nicht zählen.
Dabei verfügt die Eisenbahnstadt über ein touristisches Potenzial, das Einheimische oftmals nicht wahrnehmen. Weil es für sie eine Selbstverständlichkeit ist – und weil man sich in seiner eigenen Heimat nur schwer in eine touristische Sichtweise hineinversetzen kann.

Dennoch: Es gibt sie, die touristischen Angebote, und angesichts solcher Offerten wie dem Naturerlebnisweg, dem Eisenbahn-Museum im Wasserturm, dem Biberino-Spielepark für Kinder, Ellis Saal und vor allem den hervorragenden Wanderwegen rund um die Stadt muss die Stadt Bebra ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Wie aber kann man Gäste nach Bebra locken, und wie lässt sich das touristische Angebot wirkungsvoll vermarkten?

Dafür ist  seit März dieses Jahres Andrea Daniela Konradt zuständig. Die gelernte Diplom-Soziologin, die viele unter ihrem Spitznamen „Frau Nancy“ kennen, ist Geschäftsführerin des Vereins „Tourismus-Service Erlebnisregion Mittleres Fuldatal e. V.“, dem die Gemeinden Alheim, Bebra, Rotenburg und Ronshausen angehören. Unter dem Dach der Grimm-Heimat Nordhessen angesiedelt, ist der Tourismus-Service Mittleres Fuldatal eine der regionalen Arbeitsgemeinschaften, die sich innerhalb der landesweit organisierten Hessen-Agentur gebildet haben.
Ihren Dienstsitz hat „Frau Nancy“ im Rotenburger Bahnhof – und wer sie dort besucht, erlebt ein kreatives Energiebündel der Sonderklasse.

Tausendsassa mit bayerischen Wurzeln

Die gebürtige Bayerin, die in Kassel studiert und bereits neben ihrem Studium mehrere Einzelhandelsgeschäfte mit regionalem Angebot aufgebaut hatte, ist ein echter Tausendsassa.
Das Ideen-Buch der Powerfrau  ist prall gefüllt, und am liebsten mag sie Projekte, die mit Netzwerken zu tun haben. So gibt es seit einiger Zeit die Aktion „Genuss ist Gastlichkeit“, die gemeinsam mit dem Verein „Gutes aus Waldhessen“ organisiert wird. Dabei können Gastgeben, der Ferienwohnungen oder –zimmer anbieten, Tüten mit regionalen Spezialitäten bestellen und an ihre Feriengäste weitergeben. „Diese Aktion ist ein echter Volltreffer“, freut sich Andrea Daniela Konradt, „und wir wissen aus vielen Gesprächen, dass einige Kunden die Tüten nicht nur an Gäste weiterreichen, sondern auch für den Eigenbedarf oder als Geschenk bestellen.“

Auf die besondere touristische Situation in Bebra angesprochen, überrascht Frau Nancys Antwort. Denn es sind nicht, wie vielleicht vermutet, die Breitenbacher Seen, die in ihrem eigenen Fokus stehen. „Es hört sich vielleicht hart an, aber fast jeder touristische Ort verfügt über einen Badessee. Der in Breitenbach ist besonders schön, und wir müssen das touristische Potenzial,  das darin steckt, weiter entwickeln und ausbauen. Aber das, was Bebra einzigartig macht und woraus man eine Marke machen kann, ist eindeutig die Bahn.“
Weltweit gebe es Eisenbahn-Fans, die zu historischen Bahn-Stätten pilgern würden, weiß die Tourismus-Chefin des Mittleren Fuldatals. Als Beispiel für ihre These führt Andrea Daniela Konradt das Eisenbahn-Museum in Nürnberg an. „Angesichts der Lage Bebras mitten in Deutschland und der historischen Bedeutung des Bahnhofs wäre es ja geradezu fahrlässig, dieses große touristische Potenzial nicht zu nutzen.“

Dabei kommt die Entwicklung, die Bebra in den jüngsten Jahren genommen hat, den touristischen Ambitionen natürlich außerordentlich entgegen.
Eisenbahn-Fans aus allen Nationen könnten den ehemals größten europäischen Eisenbahnknotenpunkt zum Ausgangspunkt ihrer Reise nehmen und ihre Leidenschaft für die Schiene mit einem Wanderurlaub durch das waldhessische Bergland verbinden.
„Es wäre fantastisch, wenn das Eisenbahn-Museum Bebra mit einem ausgearbeiteten Museumskonzept in ein solches Angebot eingebunden werden könnte“, sagt Frau Nancy, die in Kürze Kontakt zu dem Museumsverein aufnehmen möchte.

Keine Monostruktur

Doch bei allem Enthusiasmus: Konradt, die sich selbst als Eisenbahn-Fan bezeichnet, möchte keine Monostruktur schaffen. „Der Fahrrad-Tourismus spielt für unsere Region eine ebenfalls sehr große Rolle. Wir gehen davon aus, dass 30 bis 40 Prozent unserer Gäste aktive Radfahrer sind. Ein Vier-Sterne-Radweg wäre ein hervorragender touristischer Faktor“, ist sich die Tourismus-Spezialistin sicher.

Was für Radfahrer gilt, ist für Wanderer genauso wichtig. „Unsere Gegend ist spektakulär für Naturfreunde, die mit Wanderschuhen und Rucksack unterwegs sind. Gepflegte, perfekt ausgeschilderte und kartierte Wanderwege sind ein touristischer Magnet für unsere Region“, ist sich Konradt sicher. Um das vorhandene Potenzial auszubauen, wird im Oktober ein „Wandergipfel“ stattfinden, bei dem die Angebote kritisch unter die Lupe genommen und optimiert werden sollen. Zudem steht im Herbst ein Besuch auf einer kleinen, aber feinen Tourismus-Messe in Troisdorf auf dem Terminkalender. Dabei wird neben dem überarbeiteten Gastgeberverzeichnis, den kulinarischen Köstlichkeiten, den Wander- und Ausflugsmöglichkeiten auch die Aktivierung der bestehenden Märchen und Sagen unserer Region auf dem Angebotszettel des Mittleren Fuldatals stehen.

Neben Bahn und Outdoor-Aktivitäten spielen vor allem regionale Besonderheiten, die man vermarkten kann, eine große Rolle in Frau Nancys Überlegungen. So arbeitet sie stets Initiativen wie besonders originelle Hofläden oder die Berglandkräuterfarm in Imshausen in ihre Konzeptionen ein, um Gästen ein einmaliges Erlebnis im Mittleren Fuldatal anbieten zu können. Viel Arbeit also für die gut vernetzte Einzelkämpferin, deren 30 Wochenstunden damit bestens gefüllt sind.