Magistrat der Stadt Bebra
Rathausmarkt 1, 36179 Bebra
Telefon: (0 66 22) 501-0, Telefax: (0 66 22) 501-200


Sprechzeiten

Montag - Freitag: von 08:00 - 12:00 Uhr
Montag: von 14:00 - 17:30 Uhr
Donnerstag: von 14:00 - 17:00 Uhr

 

 

Anschrift und Öffnungszeiten

 

 

  
  
                         Thumbnail image Der Bürgermeister informiert  

Start B 3 mit Abkürzung B 3 A: Asmushausen Lindenplatz mit Wandertafel, Ortsmitte – nach NW – Rosweg – Brücke der B 27 unterqueren – Siegelsgrund  – Waldgebiet – Elferstaler Teiche – B 3 A (Abkürzung) nach Rautenhausen – oder weiter B 3 nach N über den Röderkopf, 360 m, bis zur Wegkreuzung X 9 (Wartburgpfad) – im Wald um den Schlechteberg, bergauf, am Waldrand entlang – vor dem Brodberg re. in den Wald einbiegen – ehem. Kalkbrennerei – Asmushausen Ortsmitte.

Wanderstrecke: Große Runde auf dem B 3 - ca. 14 km / Kleine Runde B 3 und B 3 A - ca. 9 km

Diese Wanderung kann auch in Bebra begonnen werden. Die Bebraer Wanderwege B 1 und B 2 führen durch Asmushausen. Die Wanderstrecke ist dann entsprechend länger.

In früheren Zeiten, als in Asmushausen noch Kirmes gefeiert wurde, war hier reges Treiben. Die jungen Leute der Nachbardörfer kamen zu Fuß, mit Fahrräden, später mit Motorrädern, Motorrollern, einzelne mit dem Auto. Von Bebra bzw. aus Richtung Sontra konnte man auch mit der Eisenbahn nach Asmushausen fahren. Die Kirmes als Erntedankfest wurde von den „Kirmesburschen“ mit ihren „Kirmesmädchen“, die von der Dorfjugend ausgewählt waren, durchgeführt. Die jungen Leute im Dorf, Freunde, Verwandte und Bekannte halfen bei den Vorbereitungen für den Festzug, für die Kirmestage und deren Durchführung. Es waren immer drei Kirmesveranstaltungen üblich. Zuerst war „Anspielkirmes“, einige Wochen später „Kirmes“ und nach einiger Zeit war „Abspielkirmes“.

In den Dörfern lebten in den 1950er Jahren noch viele Vollerwerbs-Landwirte. Die ganze Familie arbeitete mit und in vielen Höfen waren auch noch weitere landwirtschaftliche Arbeitskräfte beschäftigt. Ebenso waren in Asmushausen und in den anderen Dörfern viele selbstständige Handwerker mit mithelfenden Familienangehörigen und Gesellen tätig. Diese Berufsgruppen sind in den letzten Jahrzehnten immer weniger geworden bzw. nicht mehr vorhanden. Die dörfliche Struktur hat sich dadurch sehr verändert. Heute müssen oft sehr weite Wege zur Arbeit zurückgelegt werden. Aus den einst betriebssamen Dörfern sind ruhige Orte geworden. Die Menschen in diesen Dörfern pflegen meistens ein sehr reges Vereinsleben und wissen, wie man in der Ruhe auf dem Lande herrlich leben und wohnen kann. Man kennt sich, feiert zusammen und hilft sich untereinander – Lebensgewohnheiten, die in größeren Orten immer seltener vorkommen.

1965 fand in Asmushausen die 700-Jahrfeier mit Schwimmbadeinweihung statt. In einer Urkunde der Benediktinerpropstei St. Johannis bei Hersfeld vom 18.03.1261 wird Ausmushausen als „Asmundishusin“ erstmals erwähnt. Diese Urkunde betrifft die Auseinandersetzung der hessischen Landgrafen mit dem Kloster Hersfeld. Es ging um die Vorherrschaft im „Bebraer Becken“. 1348 teilten sich der Landgraf und die Abtei die Rechte über Asmushausen. Am 01.08.1348 belehnt Abt Johann von Hersfeld dann „Ludwig von Baumbach“ mit der halben Vogtei Asmushausen. 1366 kaufte „Hans uf deme Reyne“, ein Burgmann der Burg Spangenberg, die andere Hälfte des Vogteirechtes von „Hermann von Bybra“. Wahrscheinlich hatte der Landgraf im 14. Jahrhundert schon herrschaftliche Rechte in Asmushausen; aber erst 1538 wurde das gesamte Dorf in seinen Besitz überführt. Mehr finden Sie in der Festschrift zur 700-Jahr-Feier von Asmushausen.

Auf einer Seite des Lindenplatzes befand sich die Gastwirtschaft Schäfer und auf der anderen Seite der Einbecker Hof. Zurzeit findet hier eine umfangreiche Dorferneuerung statt. In dieser Straße befand sich auch das Gasthaus Spies, das zuletzt die Familie Knobl betrieb. Das ehemalige Gasthaus „Alte Mühle“ war am Weg B 2 „Im Kringel“. Der letzte ehrenamtliche Bürgermeister des Dorfes hatte in dieser Straße ein Lebensmittelgeschäft. Für uns Wanderer heißt das heute kein Einkauf bzw. keine Einkehr möglich, also „Rucksackverpflegung“.

Wir gehen vom Platz „An der Linde“ auf dem „Rosweg“ durch die Brücke unter der B 27 in den „Siegelsgrund“, den von saftigen Wiesen gesäumten Weg bis zum beginnenden Wald. Der Abzweig nach links führt zur „Betteleiche“ auf der westlich gelegenen „Franzosenstraße“. Die Funde bei Grabungen zeugen von der Wüstung „Siegels“ und deren Kirche in diesem Gemarkungsteil, daher die Flurbezeichnung „Siegelsgrund“ und „Kirchrück“.

Unser Weg B 3 führt geradeaus zu den „Elferstaler Teichen“. Sie werden vom „Holzbach“, auch „Siegelsbach“ genannt, gespeist. Er mündet in Asmushausen in den „Bebrabach“. Diese Anlage „Elferstaler Teiche“ hat in liebevoller Arbeit der Naturliebhaber Karl-Heinz Naass gestaltet und hegt und pflegt sie seit vielen Jahrzehnten. Sie finden in diesem kleinen Tal mit dem „Holz- oder Siegelsbach“ Tiere aus unseren heimischen Wäldern und Gewässern in einer natürlichen Umgebung und können das alles in Ruhe auf sich wirken lassen.

B3 Wanderweg

Wir kommen an die Abzweigung B 3 / B 3 A. Der B 3 führt geradeaus weiter. Der B 3 A (eine Abkürzung) zweigt rechts nach Rautenhausen ab.

Der B 3 führt nach N über den Röderskopf, 360 m, trifft später wieder mit dem B 3 A zusammen und führt durch Rautenhausen. Eine Brücke unterquert die B 27. Wir wandern weiter durch die alte Brücke der B 27 unter der Bahnlinie hindurch. Die alte B 27 führte in vielen Serpentinen hinauf zur Wasserscheide, den „Drei Linden“. Über diese Straße rollte bis in die 1960er Jahre der gesamte Nord-/Süd-Fernverkehr in umgekehrter Richtung. Heute führt der starke Fernverkehr der B 27 auf der neuen Trasse an allen diesen Orten vorbei. Seit einigen Jahren ist die alte B 27 hier ein Teil des Radweges „Märchenroute“, der mit 408 km Länge durch das „Nordhessische Bergland“ und die Flusstäler führt.

B3 Wanderweg

Rautenhausen wird im Urkundenbestand des „Klosters Bubenbach“, später „Cornberg“, erstmals genannt. 1290 verkaufte ein Adeliger seine Güter in Rautenhausen dem „Kloster Cornberg“. Rautenhausen ist eine der kleinen Gemeinden der Stadt Bebra mit einer eigenen Kirche im Sandsteinbau mit Fachwerk und einem kleinen Kirchturm.

B3 Wanderweg

Auf dem B 3 gehen wir an Feldern und Wiesen vorbei. Wir nähern uns dem Wald und sehen einen Hochstand mit einem B 3-Schild und gehen geradeaus am Waldrand entlang, kommen wieder in den Wald und gehen vor dem Brodberg nach re. bergab durch den Wald. Nach kurzer Wanderung durch freies Feld unterqueren wir die Bahnlinie. Der B3 führt auf der Straße „am Kalkofen“ an der ehemaligen Kalkbrennerei Kaufmann vorbei, die bis in den die 1970er Jahre noch betrieben wurde, ermöglichte schon nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-63) das Kalkbrennen.

In der anschließenden „Neßbergstraße“ befindet sich die kleine Bergkirche, eine der wenigen im Hessenland, die keinen Glockenturm hat. An der Südseite hatte das Kirchenschiff einen zweiten Eingang, der für Braunhäuser Einwohner war, die früher keine eigene Kirche hatten. Das Portal ist noch vorhanden und umrahmt ein Steinkreuz.

Auf dem Friedhof an der Kirche stehen einige sehr kunstvoll gearbeitete Grabsteine des Maurers- und Steinhauermeisters Andreas Fischer (*1757, + 1813). Er war der „Maire“ (früher „Schulze“, heute „Bürgermeister“) in Asmushausen mit damals 322 Seelen. Seiner geliebten Frau, die 36jährig im Kinderbett starb, fertigte er einen sehr kunstvollen Grabstein (zweiter Stein rechts am Friedhofseingang). Für sich selbst arbeite er einen 2 m hohen Obelisken.

Auf der Straße „Am Schwimmbad“ kommen wir zu unserem Ausgangspunkt, dem Platz „ An der Linde“. Weitere Informationen finden Sie in der Festschrift zur 700-Jahrfeier und den Chroniken von Asmushausen und Bebra in „Rund um dem Alheimer“.

Viel Freude bei der Wanderung!