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Anschrift und Öffnungszeiten

 

 

  
  
                         Thumbnail image Der Bürgermeister informiert  

Auf bisherigen Bebraer Wanderkarten verläuft der Wanderweg B 16 von der Fuldabrücke – Mischelsweg – Storchensee – Fußgängerbrücke über die Fulda – Fulda Aue zum Breitenbacher See

Heute wird ein neuer Verlauf in umgekehrter Richtung vorgestellt. Aufgrund der zurzeit in der Fulda Aue stattfindenden, umfangreichen Ausbaggerungen und Veränderung bzw. Vergrößerung der Breitenbacher Seen können Umlegungen des Bebraer Wanderweges B 16 erforderlich werden. Der Weg B 16 ab der Fuldabrücke durch die Fulda Aue führt immer in Richtung Herzkreislaufzentrum (HKZ) mit den dahinter liegenden Bergen Alter Turm (418 m) und dem Alheimer (550 m), dem höchsten Berg im Altkreis Rotenburg (gute Orientierungshilfe).

NEUER VERLAUF des B 16:

Start: Fuldabrücke – Breitenbacher See (189 m über NN) – Parkplatz mit Kiosk „Grill am See“ (Öffnungszeiten erfragen) – links abbiegen zwischen Wohnwagenplatz und dem See zum Fuldaufer Bootsanlagestelle mit Sitzgruppe gehen – rechts abbiegen – flussabwärts, idyllischer Weg: links die Fulda, rechts Breitenbacher See – vor der „alten Eiche“, dem großen schwarzen Baumstamm (beim Kiesbaggern zu Tage gefördert) – rechts abbiegen

Abstecher ca. 200 m Wegstrecke zum Fischlehrpfad am Rechtsliegenden Seeufer entlang in Richtung Anglerheim bis zur letzten Schautafel „Hecht“.

B 16 weiter: Wiesenweg geradeaus zwischen zwei Seen – rechts abbiegen – ca. 200 m Weg an den hohen Pappelbäumen entlang mit Blick auf Bebraer Kirchturm – am Ende der Baumreihe links abbiegen (Blick in Richtung Rotenburg zum HKZ) – Fußgänger­Holzbrücke über den Solzbach mit Furt für Fahrzeuge – geradeaus Asphaltweg rechtsseitig mit Kopfweidenbäumen – durch die „Große Aue“ – Bebrabach-Brücke (Fahrzeugwegsperre, rot/weiße Pfähle) überqueren – links abbiegen auf den Wiesenweg – rechts weiter geradeaus – kleine Brücke über einen Flutgraben – Abzweigung links kurze Betonstraße in Richtung Fulda – rechts abbiegen, Rasen-Weg, entlang an buschiger Hecke, (Wiese, kleiner See liegen dahinter) – später Trampelpfad, kleine Bogen nach links ca. 100 m neben der Hecke zum Fahrweg – rechts Richtung Rotenburg zwischen Fuldaufer und „Fischgärten“ (Bäume, Büsche auf sumpfiger Fläche) – Gemarkung „Vor den Weiden“ – Asphaltweg mit großem Überlandstrommast – links abbiegen – geradeaus – links vor oder rechts um den Angelteich Lispenhausen – Fußgängerbrücke über die Fulda gehen.

Abstecher: Einkehrmöglichkeit

"Anglerheim am Storchensee" - Öffnungszeiten:

Dienstag - Samstag 14:00 Uhr - 19:00 Uhr
Sonntag: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Montag: Ruhetag

B 16 weiter: nach dem Überqueren der Fußgängerbrücke über die Fulda vor dem Anglerteich links abbiegen - Rasen-Weg - Abzweigung neben der großen Weide links einbiegen am Fuldaufer entlang – rechts auf Schotterweg zum asphaltierten „Mischelsweg“ – links abbiegen – linke Wegseite Fuldafluss – rechtsseitig die bewaldeten  „Breitenbacher Alpen“ – vorläufiges Ende des Baumbewuchses auf der linken Wegseite – Informationstafel NSG Forbachsee

Abstecher: ca. 80 m links Rasen-Weg zum Beobachtungshochstand im Randbereich des Baumbewuchses – „Hof Mischels“ (1641 erstmals erwähnt) – Sitzgruppe an der Fulda – Ortsrand Breitenbach – Landstraße „K 74“ Ausgangspunkt Fuldabrücke – Breitenbacher See.

Einkehrmöglichkeit:

  • dorfseitig an der Fuldabrücke, "Ritters Bauerngarten"
  • ca. 300m weiter, Dorfmitte: Breitenbacher Hof, Hersfelder Straße 116, 36179 Bebra-Breitenbach, Tel. 06622-7152, täglich warme Küche: 12:00 - 14:00 Uhr und 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr, Dienstags Ruhetag, Sonn- und Feiertags geschlossen.

Wanderstrecke B 16: ca. 11 km

Breitenbach liegt am „Fuldaknie“ im „Bebraer Becken“. Es war schon in frühen Zeiten wegen der Furt durch die Fulda ein wichtiger Kreuzungspunkt von Handelsstraßen und Feldzügen.

1939 begann Johannes Bode die Kiesgewinnung in der Fulda-Aue. Es ist die Geburtsstunde des Erholungsgebietes um die heutigen Breitenbacher Seen.

In der Zeit um 1951 wurde beim Kiesbaggern in der Fulda<Aue ein ungewöhnlicher Großer Oberschenkelschaft eines Mammuts gefunden. Ein weiterer bedeutender Fund eines Quarzitschabers lässt vermuten, dass vor etwa 500.000 Jahren bzw. in der Altsteinzeit schon Menschen hier gelebt haben.

Der Apostel Winfried Bonifatius kam 719 durch das Gebiet des „Bebraer Beckens“ am Fuldaknie, auf dieser, seit frühen Zeiten bestehenden Kreuzung alter Straßen. Er gründete 722 das Kloster Amöneburg. Zu Geismar bei Fritzlar fällte er die heilige „Donareiche“  736 begannen die geistlichen Anfänge in Hersfeld durch seinen Schüler Sturm (auch unter dem Namen Sturmius bekannt). 769 gründete Lullus die Benediktiner Reichsabtei Hersfeld, die in der Nachfolgezeit für Breitenbach wichtig wurde.

Möglicherweise befand sich in dieser Zeit bereits eine Siedlung am Flussübergang des Fuldaknies, dem heutigen Breitenbach. Im Güterverzeichnis „Brevarium des heiligen Lulli“ wird „Biberaho“ (Bebra) zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Diese Schenkungsurkunde hat keine Zeitangabe. Es wird angenommen, dass diese Schenkung vor der Fertigstellung des Klosters Hersfeld im Jahre 769 stattfand, um den dort lebenden Mönchen eine Nahrungsgrundlage zu geben. Es ist deshalb möglich, dass die Siedlung Breitenbach in dieser Zeit schon bestand.

Nach wissenschaftlicher Forschung wird die Entstehung der Orte mit den Endungen „-affa“, „-aha“, „-lar“, „-loh“, „-mar“, „-ingen“ einer Zeit um 500 n. Chr. zugeordnet. Beispiel: „Biberaho“ = Bebra, „Iwaho“ = Iba, „Sulzaha“ = Solz, „Olfenaha“ = Ulfen, „Hasela“ = Hasel, „Suntraha“ = Sontra, „Weldaho“ = Welda, „Suhlaha“ = Suhl. Das wüst (öd) gewordene „Breitingen“ bei Rotenburg. In diese Zeit fallen auch Siedlungsgründungen deren Namen sich auf das Gelände beziehen: „Tense“ = Dens, „Sueze“ = Süß. Die Besiedlung am Fuldaknie kann in diese Zeit fallen.

Im Jahre 1073 erhoben sich die Sachsen und Thüringer gegen König Heinrich IV. 1074 standen sie mit einem Heer von etwa 40.000 Mann König Heinrich IV. gegenüber. Er stellte sich mit seinem sehr gut bewaffneten Heer von 6.000 Mann den Sachsen und Thüringern entgegen. Die Front befand sich am Südhang des Richelsdorfer Gebirges, in der Gegend Heringen – Widdershausen – Hönebacher Sattel, entlang der Franzosenstraße bis zur Burg und dem Ort Reichenbach.

Am 26.01.1074 kam König Heinrich IV. über die „Kaiserstraße“ Worms – Frankfurt – Fulda – Hersfeld in die „fränkische Verteidigungslinie“. Am 27.01.1074 machte er Quartier auf dem „Königshof“ bzw. der „Breitenbacher Hofburg“, die 1312/13 durch kriegerische Auseinandersetzungen zerstört wurde. 1317 wurde die Anlage als Hofgut wieder aufgebaut. Von Bebraer Seite, am Fuldaufer, sind die großen Fachwerkgebäude der „Breitenbacher Hofburg“ auffällig sichtbar. Die befinden sich in der Nähe der „Michaelskirche“ auf einer ebenen, hochwassersicheren Fläche, die zur Fulda steil abfällt. Diese Lage ermöglichte einen weiten Einblick in das „Bebraer Becken“.

Am 27. und 28. Januar 1074 wurden zwei Urkunden von König Heinrich IV. bzw. seiner Kanzlei ausgestellt. Er bedachte in dem Urkunden Vogt Bodo und Königin Berta mit Besitzungen. In der Urkunde an Königin Berta steht „Breitingen“. Die Endsilbe „-gen“ ist unterstrichen und mit „-bach“ überschrieben. Breitenbach wurde hier erstmals erwähnt. In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass sich auf dem steil zur Fulda hin abfallenden Höhenzug, zwischen den beiden Orten, das Mittelstück der königlichen Verteidigungsfront befand.

Auf vorspringenden Gebirgszügen, die möglichst in Flusstäler hineinragten, gab es sog. „Abschnittsburgen“. Manchmal waren es auch Gutshöfe. Die hatten den lateinischen Namen „curtis“ (Pfalz). Solche Anlagen gab es in Breitenbach, Weiterode, Blankenheim und Braach. In den Talebenen wurden Wasserburgen, die von Mauern und Wallgraben umgeben waren, gebaut: Lispenhausen, Schwarzenhasel, Berneburg, Erkshausen, Rotenburg (Altstadt).

1494 wurde die erste Holzbrücke über die Fulda gebaut. 1609 wurde die Brücke durch Hochwasser weggerissen. Am 19. Dezember 1902 stürzte, die wieder erbaute, Holzbrücke trotz vorgebauter Eisbrecher durch starken Eisgang ein. Im Herbst 1903 wurde eine Eisenbrücke auf Steinpfeilern eingeweiht.

Die Fuldaschifffahrt begann am 3. Juni 1600 ab Hersfeld unter Landgraf Moritz. Im 30­jährigen Krieg (1618 – 1648) kam sie fast ganz zum Erliegen. 1662 wurde die Schifffahrt unter vielen Schwierigkeiten und gegen Widerstände wieder aufgenommen. Heute gibt es an einigen Orten nur noch Ausflugsfloße auf der Fulda (Rotenburg, Melsungen u. a.) Mit dem Bau der Eisenbahn verlor die Schifffahrt ihre Bedeutung.

Am 7. September 1909 richtete eine Feuersbrunst großen Schaden in Breitenbach an. Da es noch kein Wasserleitungsnetz gab, waren die Löscharbeiten sehr schwierig. 1921/22 erhielt Breitenbach eine Stromversorgung.

Der 2. Weltkrieg (01.09.1939 bis 10.05.1945) hat tiefe Spuren verursacht. Am 01.04.1945 wurde Breitenbach von den Alliierten vor dem Einzug in das Dorf in Brand geschossen. 20 Wohnhäuser und 30 Wirtschaftsgebäude brannten ab oder wurden stark beschädigt. Die Fuldabrücke wurde gesprengt. Die Amerikaner bauten in wenigen Tagen eine Holzbrücke über die Fulda. 1948 wurde eine neue Stahlbetonbrücke über die Fulda gebaut. Die Holzbrücke wurde entfernt.

Die Michaelskirche zu Breitenbach wurde 1508 erstmals erwähnt. Kirchen, die dem Schutzpatron Sankt Michael geweiht sind, wurden sehr viel früher gegründet, möglicherweise schon zur Zeit von Bonifatius. Michaelskirchen sind die ältesten Kirchen in Hessen. Das Kloster Hersfeld hat lange Zeit das Patronat ausgeübt. Es ist möglich, dass die Kirchengründung damit im Zusammenhang steht.

Im Mittelalter gehörte die Kirche zu Breitenbach dem Dekanat Braach. 1339 ging das Patronat an das Kloster Blankenheim, das Hersfeld unterstellt war. Nach der Reformation fiel es noch einmal an Hersfeld und dann an die Landgrafen von Hessen-Kassel. 1569 werden Weiterode und Lüdersdorf als Filialen der Kirche zu Breitenbach genannt. 1713 wurde das Breitenbacher Pfarrhaus erbaut. Am 01.10.1914 erhält Weiterode eine eigene Pfarrei.

Der Kirchturm hatte früher eine hohe Spitze mit vier Ecktürmchen, wie auf einer Karte von 1650 im Rotenburger Heimatmuseum zu sehen ist. Etwa 1700 wurden eine Schlaguhr angebracht und drei Glocken eingebaut. 1782 wurde der Kirchturm durch Blitzeinschlag beschädigt. Erst 1790 wurde der Turm abgetragen und 1793 in der heutigen Form fertiggestellt. 1782 wird berichtet, dass die Kirche in einem schlechten Zustand ist. Wiederholt wird auf Baufälligkeit hingewiesen. Vierzig Jahre dauerte es, bis die Kirche 1821 renoviert und erweitert wurde. Die Kirche wurde u. a. 1866, 1924 und 1952 erneuert.

Im Jahre 1822 erhielt die Kirche eine Orgel, die der Rotenburger Orgelbaumeister Johannes Vogt herstellte. Im Juli 1951 wurden zwei neue Glocken in dem Kirchturm untergebracht. Eine alte Glocke hatte den Krieg überstanden und läutete zu diesem Anlass.

Durch die Hessische Gebietsreform wurde Breitenbach Ende 1971 Stadtteil von Bebra.

Hier finden Sie weiterführende Literatur zu diesem Thema:

„Chroniken Breitenbach“ 31.05.1953; 30.08./01.09.1974 – 900­Jahrfeier, „Bebra und seine Stadtteile bildschön“, „Bebra, Chronik einer Stadt“ –Teil 2, „Rund um den Alheimer“ (Band 12, 17, 19, 24, 26, und weitere Bände).

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